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Page # 493

Der Soldat James Ryan
ID:
1998
Comments:
Director: Steven Spielberg
Screenplay:
Producer:
Cast: Tom Hanks, Edward Burns, Tom Sizemore, Matt Damon
Genre: Historie, Drama,

Running Time: 163
Aspect Ratio:  16:9 (PAL )
Sound: Dolby Digital 5.1
Subtitles: Deutsch, Englisch, Niederländisch, Polnisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch
Features:
Studio:  Paramount Home Entertainment DVD Region:  2
DVD Release:  Juni 2003 Discs:  2 (DVD) []
Purchase: 
Reviews:  Die ersten 20 Minuten des "Soldaten James Ryan" wissen zu überzeugen. Bildgewaltig bekommt man den Sturm der Allierten am "D-Day," dem 6. Juni 1944, zu sehen, und zwar nicht nur die reine Materialschlacht, sondern auch die Angst der einzelnen Soldaten, die Brutalität, das Grauen, kurzum, den Horror, den dieser Tag für einen Soldaten bedeutete.

Hat sich nach diesen Aufnahmen der Magen des Zuschauers erstmal wieder beruhigt, hat er berechtigtermaßen den Eindruck, im folgenden einen Film zu sehen, dem es im weiteren Verlauf nicht um die Glorifizierung des Krieges oder gar einer Kriegspartei geht, sondern um die realistische Darstellung einzelner Schicksale in dem gigantischen, unbegreiflichen Räderwerk Krieg.

Oh weh, aber dann kommt's dicke: Wir erfahren nun, daß in der fernen rechtschaffenen Heimat USA, und zwar genau dort wo die Kühe am glücklichsten, der Mais am gelbsten, die Kinder am pausbäckigsten und die Wäsche am saubersten ist, eine Mama wohnt, die durch den bösen Krieg schon drei von ihren vier Söhnen verloren hat. Ei der daus, der letzte ist jetzt aber auch futsch gegangen.

Die rechtschaffene US-Regierung kann natürlich nicht zulassen, daß einer rechtschaffenen Mutter auch noch der letzte ihrer rechtschaffenen Söhne hups geht und schickt eine just in der Normandie gelandete Einheit auf den Weg, diesen Soldaten zu finden und nach Hause zu bringen. Das ist natürlich eine logische Folgerung: Das Leben von einem halben Dutzend Leute riskieren, um ein einziges zu retten. Aber in der heroischen Logik eines Steven Spielberg ist dies die einzig logische Konsequenz.

Jetzt könnte man ja meinen, daß man diesen Hintergrund, der den Film transportieren soll, wenigstens ausblenden und sich von den kleinen Episoden leiten lassen kann, die den Suchenden auf ihrer Suche wiederfahren. Aber auch hier wird man enttäuscht, denn der Film ergießt sich nur noch in dieser Art.

Er hat kein Herz für den einfachen deutschen Soldaten auf der anderen Seite, der im Gegensatz zum US-Soldaten als häßliche, namenslose Tötungsmaschine dargestellt wird. Der einzige deutsche Soldat, der als Individuum erkennbar wird, wird gleich zum doppelten Verräter - erst an seinen eigenen Kameraden, dann an den Amerikanern, die ihn gefangen nehmen. Wer schon einmal "Im Westen nichts Neues" gesehen hat, wird wissen, wie einfallslos diese Art der Erzählung ist, wie abgestimmt auf ein US-Publikum, daß sein angegriffenes Ego an so einem Film stillen möchte.

Doch es ist immer noch nicht genug. Der endlich gefundene "James Ryan" entpuppt sich als die lebende Bibel der im Film bisher vermittelten Werte und nicht etwa als verwöhnter Bubi, der sich nur den Finger am Abzug seines Sturmgewehres geklemmt hat. Folgerichtig reiht er dann zum guten Abschluß zusammen mit dem Rest des Stoßtrupps eine heldenhafte Tat an die andere und wenn ihr Reisepaß blau ist und mit einem goldenen Adler bedruckt, sind sie spätestens da gezwungen, in ihre mittlerweile leere Kleenex-Packung zu schnoddern.

Wenn Ihnen noch die Propagandafilme Hollywoods aus den 40er Jahren vertraut sind, dann haben sie "James Ryan" im Prinzip schon gesehen. Ob man sich das antun muß, sollte jeder für sich selbst entscheiden.


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