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Page # 543

Themroc
ID:
Frankreich 1980
Comments:
Director: Claude Faraldo
Screenplay:
Producer:
Cast: Michel Piccoli, Beatrice Romand, Marilù Tolo
Genre: Horror, Komödie

Running Time: 104
Aspect Ratio:  16:9 (PAL )
Sound: Dolby
Subtitles: Deutsch
Features:
Studio:  Euro Video DVD Region:  2
DVD Release:  Juli 2004 Discs:  (DVD) []
Purchase: 
Reviews:  Der französischer Arbeiter Themroc führt ein äußerst reglementiertes Leben: morgens wird er von seiner Mutter griesgrämig auf die Uhrzeit hingewiesen, schaut sich schnell noch seine Schwester an, welche nackt zu schlafen pflegt und dann radelt er auch schon auf den Weg zur Arbeit. Themroc benutzt die Metro und den Bus, bevor er sich in seiner Arbeitsstelle umzieht und mit seiner Arbeit als Maler beginnt.

Klingt nicht allzu aufregend, oder? Nun, genau das empfindet Themroc auch so. Während seines reglementierten Lebens bekommt er ständig Erinnerungsblitze an all die Dinge, die ihn nerven. Als er nun bei der Arbeit einen Vorgesetzten beim Befummeln einer Sekretärin erwischt, wird Themroc zum Direktor zitiert und entlassen. Dieses unerwartete Abdriften in die Arbeitslosigkeit führt bei Themroc nun zu einem vollständigen Befreiungsschlag, mit dem er sein Leben komplett umkrempelt. Zunächst beschläft er endlich seine Schwester, was die junge Dame wohl schon länger erhofft hat. Themroc mauert seine Türe zu, schlägt die Außenwand seines Zimmers ein und haust nun fröhlich wie ein Neandertaler, ohne sich um die Reaktionen seiner Nachbarn zu kümmern.

Solch seltsames anarchisches Verhalten ruft natürlich die Staatsmacht auf den Plan. Die Polizei rückt mit dem Überfallkommando an, um Bruder und Schwester zu verhaften. Doch Dies ist nicht ganz so einfach, wie es sich die Obrigkeit vorgestellt hat. Und als Themroc sich erfolgreich zur Wehr setzen kann, beginnen die ersten Nachbarn, nun ebenfalls die Wände einzuschlagen...

Ich hatte diesen Film vor Jahren auf „Arte“ gesehen und war durchaus angetan, als mir mein hochverehrter X-zine-Redakteur diese DVD auf den Tisch legte. Themroc ist ein französischer Film aus dem Jahre 1972 und hat sich den Kult-Status sicherlich verdient. Der Film ist nicht synchronisiert worden, was auch völlig überflüssig ist. Die Menschen in diesem Film reden so gut wie gar nicht miteinander. Es wird zwar viel gehustet, gegrunzt, geschrien und gestöhnt, aber Sprechen tut hier so gut wie Niemand. Nonverbale Kommunikation ist so allumfassend wie Selbsterklärend. Die Sprache entpuppt sich als ein weiteres Unterdrückungswerkzeug der Herrschenden, und dementsprechend sind lediglich die Standpauken auf der Arbeitsstelle artikulierte Worte. Worte allerdings, denen nicht viel Relevanz innewohnen und die man nicht verstehen muss, um den Film verfolgen zu können.

Ein Steinzeitleben in der Großstadt? Natürlich kann Themrocs Ausbruch nicht funktionieren, aber in einem Film ist sogar so etwas möglich. In Ermangelung anderen jagdbaren Wildes erschlägt Themroc nun Polizeibeamte und veranstaltet fröhliche Grillabende im Kreise seiner Horde. Diese ungewöhnliche Lebensweise zieht durchaus einige Bewunderer an, und die Befreiung von allen Tabus wirkt für alle Beteiligten absolut befreiend.

Dies ist ein wirklich ungewöhnliches und anarchisches Werk, in dem lustvoll die hässlichsten Ecken der Weltstadt Paris gezeigt werden und man der Abneigung gegen Polizeibeamte freien Lauf lässt. „Themroc“ lässt sich wohl als besten als Farce beschreiben, in der die Zivilisationskritik durch eine komplette Abkehr von allen zivilisierten Errungenschaften der letzten Jahrtausende ausgedrückt wird. Dies gilt allerdings ebenfalls für die Polizeibeamte, welche während ihres Einsatzes schon mal eine Nachbarin vergewaltigen und sich so von Staats wegen holen, was man Ihnen freiwillig nicht gewährt.


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