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Page # 596

Vergebung
ID:
2009
Comments:
Director: Daniel Alfredson
Screenplay:
Producer:
Cast: Michael Nyqvist, Noomi Rapace
Genre: Thriller

Running Time: 140
Aspect Ratio:  16:9 - 1.78:1 (PAL )
Sound: Dolby
Subtitles:
Features:
Studio:  Warner Home Video - DVD DVD Region: 
DVD Release:  Discs:  (DVD) []
Purchase: 
Reviews:  Wie die beiden Vorgänger Verblendung (Män som hattar kvinnor, 2009) und Verdammnis (Flickan som lekte med elden, 2009) ist auch der letzte Film der sogenannten Millennium-Trilogie ein Thriller, in dem reihenweise mehr oder minder unverstellt Politik und Gesellschaft, Doppelmoral und Sexismus angeprangert werden: Waren pathologisch-männliche Gewaltfantasien und mörderischer Sadismus das Thema des Kriminalfalls in Verblendung, rückte die neben Blomkvist ermittelnde Hackerin Lisbeth Salander mit Verdammnis in das Zentrum der Handlung, und ihr Leidensweg wurde zum zentralen Fall. Zudem thematisierte der Film den organisierten Menschenhandel mit osteuropäischen Frauen, Drogengeschäfte und Zwangsprostitution, deren mafiose Strukturen bis in staatstragende Ämter reichten.

ergebung (Luftslottet som sprängdes, 2009; zu deutsch: Das Luftschloss, das gesprengt wurde) bildet mit Verdammnis eine inhaltliche Einheit und setzt dort ein, wo Teil 2 endet: Lisbeth hat den Kampf mit ihrem Antagonisten, dem Mafioso und außer Kontrolle geratenen Geheimagenten Zalachenko, schwer verletzt überlebt und liegt nun quasi Tür an Tür mit ihrem Erzfeind in einem Krankenhaus. Sie ringt um ihr Leben, in physischer wie auch in juristischer Sicht, denn öffentlich wird sie nun des Mordversuches an Zalachenko bezichtigt. Mikael Blomkvists Bemühungen, Lisbeth zu entlasten und zugleich Material für eine Sonderausgabe seines Millennium-Magazins zusammenzutragen werden zunehmend organisiert behindert.

Der Fall Salander ist nämlich zu einem Politikum geworden, und bestimmte Kreise der schwedischen Sicherheitspolizei fürchten um die Enttarnung ihrer schon dreißig Jahre zurückliegenden Methoden und Aktivitäten. So verschiebt sich der Fokus des Films hin zum Polit- und Agententhriller und zum Ende hin sogar zum Gerichtsfilm: Denn die Sprengung des Luftschlosses aus kriminell-verselbstständigtem, vorauseilendem Beamtengehorsam, vermeintlicher Staatstreue und begangenen Verbrechen im Namen eines höheren Wohls erfolgt im Gerichtssaal. Anders als in den Vorgängern agiert Lisbeth Salander nicht mehr. Ihre rabiaten Methoden zur Konfliktlösung versagen angesichts eines militärisch organisierten Geheimdienstapparates und einer blinden Justizmaschinerie. So hat in Vergebung vor allem Blomkvist (Michael Nyqvist) den aktiven Part, unter größter Gefahr Fakten zu Lisbeths Rettung zu recherchieren und gerichtstauglich vorzutragen.

Auch formal und ästhetisch setzt der Film seinen Vorgänger fort, bauen Regisseur Alfredson und die Drehbuchautoren Frykberg und Ryberg in bewährter Weise weniger auf visuelle Narration denn auf die Dialoge und auf bereits eingeführte Figuren. Noch einmal steigert sich die Handlungs- und Faktendichte um ein Vielfaches, was zum Verständnis des Plots die genaue inhaltliche Kenntnis des Vorgängerfilms erfordert. Und obwohl die eigentliche Zentralfigur Lisbeth Salander zur Passivität gezwungen ist, gelingt Vergebung überaus spannend, zumindest für den Zuschauer, der an dialoglastigen Großpuzzles seine Freude hat.


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