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Page # 97

City of God
ID:
Brasilien, Frankreich 2003
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Director: Fernando Meirelles
Screenplay: Bráulio Mantovani
Producer:
Cast: Matheus Nachtergaele, Seu Jorge, Fernando Meirelles
Genre: Drama

Running Time: 128
Aspect Ratio:  (PAL )
Sound:
Subtitles:
Features:
Studio:  HIGHLIGHT DVD Region:  2
DVD Release:  Discs:  (DVD) []
Purchase: 
Reviews:  Meirelles erzählt diese Geschichte von Löckchen, der zu Locke wird, zu dem alles beherrschenden Anführer einer mit Drogen handelnden Gang in der City of God, fasst in Bilder, was Paulo Lins in seinem 700 Seiten starken Roman erzählt, mit Hunderten von Personen. Meirelles „kürzt“ die Geschichte notgedrungen, konzentriert sich auf wesentlich weniger Personen, und stellt Locke und Buscapé (Alexandre Rodrigues, als Kind: Luis Otávio), in den Mittelpunkt des Geschehens, zwei, die aus dem gleichen Viertel kommen, doch ganz andere Wege gehen. Buscapé will Fotograf werden, wünscht sich nichts mehr als eine Kamera und die Flucht aus der gottlosen Stadt Gottes. Diesen Kontrast in den beiden Personen benutzt Meirelles jedoch nicht zu einer Art Zweikampf wie Scorsese etwa in „Gangs Of New York". Beide begegnen sich nur ab und an, und dann mehr zufällig. Locke wird älter, größer, stärker und die Lust am Töten lässt nicht nach. Locke will Macht, Macht über das ganze Viertel, die ganze verdammte City of God. Er räumt alle aus dem Weg, tötet. Nur Bené kann ihn hin und wieder davon abhalten. Bené ist intelligent und hat hier, in Lockes Bande, eigentlich nichts verloren. Aber gerade Bené ist es, an dem Meirelles verdeutlicht, wie wenig der Wille manchmal zählt im Vergleich zur Umgebung, in der Jungen wie diese aufwachsen. Bené verliebt sich in Angélica (Alice Braga), will ebenfalls endlich die Trennung von Locke und seinem Bandenkrieg, seinen Allmachtsphantasien – und wird auf seiner mit allem Drum und Dran versehenen Abschiedsparty von einer Kugel getroffen, die eigentlich Locke galt.


Meirelles fast dokumentarischer Film, der sich über einen Zeitraum von ca. 25 Jahren erstreckt, zeigt die Hölle auf Erden, die für die Bewohner dieser Hölle so normal erscheint, als ob nichts anderes denkbar wäre. Die Gewalt wächst aus allen Ecken, Winkeln, kommt aus allen Löchern gekrochen. In jeder Sekunde ist sie präsent, ist Lebensinhalt und Daseinsweise. Der Tod gehört hier in einer ganz besonderen Weise zum Leben. Nur wenige trauen sich, dem zu widerstehen, etwa Mane (Seu Jorge), dessen Vater und Bruder Locke ermordet hat. Mane schwört Rache. Und aus einem friedliebenden Menschen wird ein Mitglied der rivalisierenden Gang um Sandro (Matheus Nachtergaele), den alle Karotte nennen. Gewalt ist hier nicht nur Strukturmerkmal, sondern geradezu Organisationselement und Inhalt von Gesellschaft. Die City of God wirkt wie ein Ghetto – von außen wie von innen –, wie eine hermetisch abgeriegelte Zone des Grauens. Und trotzdem herrscht hier – neben aller Gewalt – derart viel pulsierendes Leben, Lachen, Sexualität, Lust, das die Kamera dem kaum zu folgen vermag. Der mit Laienschauspielern besetzte Film entwickelt eine merkwürdige Mischung aus Rasanz – kaum ein Bild, das einmal länger stehen bleibt – und Ruhe zugleich. Rasanz heißt hier nicht Hektik, Ruhe nicht Stillstand. „City of God“ quillt über vor Leben, ein Leben, von dem die meisten Personen nicht wissen, was sie damit anfangen sollen, außer sich einer der Dealerbanden anzuschließen.


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